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Work-Life-Balance

In der aktuellen Situation wird viel über die Situation der Schüler/innen und auch der Eltern, die ihre Kinder beim Home-Schooling unterstützen, gesprochen. Zahlreiche Tipps werden gesammelt, Materialien erstellt, Empfehlungen ausgesprochen. Dabei dürfen aber auch die Lehrer/innen nicht vergessen werden, die eine vielfach vollkommen neue Situation erleben und zu meistern haben. Vor allem auch, weil sie nicht nur im Home-Office arbeiten, sondern zu Hause auch noch zusätzliche Arbeiten zu erledigen haben und dabei keine räumliche Trennung zwischen Arbeit und zu Hause haben. Philippe Wampfler hat ein kurzes Video zur aktuellen Arbeitsbelastung erstellt, das er aus der Sicht des Lehrers gestaltet.

Richten Sie sich einen Arbeitsplatz ein!

Es klingt banal, aber in der Phase des Home-Teachings ist es wichtig, einen Arbeitsplatz zu haben, der nicht nur eine Notlösung ist, sondern ein ruhiges, konzentriertes Arbeiten erlaubt. Die einen brauchen Ordnung, die anderen eine liebevolle Deko, andere wiederum einen speziellen Stuhl oder die perfekte Maus. Die Bedürfnisse sind individuell. Wir sollten aber daran denken, dass wir jetzt mehr Zeit vor dem Computer verbringen, als wir gewohnt sind.

Strukturieren Sie Ihren Tag!

In der Schule sind wir an einen Stundenplan gewöhnt. Wir wissen, wann wir für welche Klasse zuständig sind, wann Pausen sind, wann wir Freistunden oder Sprechstunden haben. Unser Tag ist strukturiert. Es gibt einen Vormittag, einen Nachmittag und einen Abend. Im Home-Teaching entfällt diese (straffe) Struktur vielfach. Dabei ist es umso wichtiger, sich einen Überblick über den Tag zu verschaffen und einen Rhythmus beizubehalten.

Wenn auch das Beibehalten des Stundenplans nicht möglich ist, weil wir nicht wissen, wann unsere Schüler/innen ihre Aufgaben bearbeiten und Fragen haben, so ist es doch sinnvoll, für einzelne Klassen Zeiten zu fixieren, in denen wir für die jeweilige Klasse „verfügbar“ sind. In dieser Zeit kann Feedback gegeben werden, Listen werden bearbeitet, Fragen werden bevorzugt beantwortet.

Planen Sie Pausen ein!

Im Alltag haben wir am Weg zur Schule oder nach Hause Atempausen für uns. Diese Pausen sollten auch im Home-Teaching eingeplant werden. Stehen Sie auf, gehen Sie ein paar Schritte, trinken Sie ausreichend Wasser, lüften Sie ausreichend. Nehmen Sie sich bewusst Zeit für sich und machen Sie etwas für sich selbst. Es hilft, sich diese Pausen in den Kalender einzutragen und eventuell auch einen Wecker zu stellen, um nicht darauf zu vergessen. Schalten Sie am Abend bewusst ab und haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Sie es tun.

Geben Sie auch mündliches Feedback!

Die Antworten immer zu schreiben, kann sehr ermüdend sein. Sowohl für Sie als auch für Ihre Schüler/innen, die es gewohnt sind, auch mündliches Feedback zu erhalten. Setzen Sie sich gemütlich an einen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen und nehmen Sie für Ihre Schüler/innen mündliches Feedback auf. Das schafft nicht nur Nähe, sondern entlastet auch die Hände beim Schreiben. Lassen Sie sich auch Kommentare von Schüler/innen schicken – zu einem Text zum Beispiel. Oder lassen Sie Fragen auch mündlich beantworten. Das schafft Abwechslung im Arbeitsalltag und sorgt dafür, dass auch weiterhin ein Näheverhältnis zu den Schüler/innen besteht.

Setzen Sie auf Vertrautes!

Wenn Sie bis jetzt wenig E-Learning betrieben haben, dann lassen Sie sich nicht von den Angeboten, die zurzeit die Runde machen, stressen. Probieren Sie Neues aus, setzen Sie aber auch auf Vertrautes. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, weil andere so viel mehr machen. Mehr ist nicht gleich besser. Versuchen Sie, Ihren Stil auch im Home-Teaching beizubehalten. Lassen Sie sich von Überenthusiastischen nicht belehren. Gerade wenn Sie in Facebook oder anderen Social-Media-Gruppen von besonders Motivierten überwältigt werden, machen Sie es wie im „realen“ Leben und drehen Sie Ihnen den Rücken zu. Auch in der „virtuellen“ Welt kann man sich umdrehen und gehen.

Tauschen Sie sich untereinander aus!

Sie müssen das Rad nicht neu erfinden. Tauschen Sie sich im Kollegium und der Fachgruppe auf. Erstellen Sie gemeinsam Übungsmaterial und sprechen Sie sich ab. Sie sind es gewohnt, mit den Kolleginnen und Kollegen in der Schule zu sprechen. Diese Gespräche sind für das eigene Wohlbefinden sehr wichtig, denn man merkt, dass man mit seinen Problemen und Herausforderungen nicht alleine ist. Planen Sie auch Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen in Ihren Tagesablauf ein – vielleicht in Form eines Kaffees, den man in einer Videokonferenz gemeinsam trinkt.

Vernetzen Sie sich!

Sie würden gerne etwas Neues ausprobieren und haben keine Ahnung, wie Sie es angehen sollen? Fragen Sie Kolleginnen und Kollegen, schauen Sie auf Fortbildungsseiten nach Ideen. Die Virtuelle Pädagogische Hochschule hat zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen (z.B. eLectures & Coffeecup Learning) zu unterschiedlichen Themen aufgezeichnet (vom Urheberrecht über Zeitmanagement bis zu Mindmap-Ideen). Die Medienfundgrube bietet zahlreiche (kreative) Ideen in ihrer Werkzeugsammlung an und gibt – und das ist das Wichtige – auch Tipps und didaktische Hinweise zu Einsatz.

Suchen Sie sich einen Ausgleich!

Neben der Wäsche, dem Geschirrspüler und Betreuungspflichten suchen Sie sich auch etwas nur für sich. Bewegen Sie sich. Lernen Sie etwas Neues. Machen Sie das Puzzle fertig, das Sie vor Jahren begonnen haben, greifen Sie das längst verstaubte Instrument wieder an. Lesen Sie einen kitschigen Krimi, der nichts mit der Schule zu tun hat. Das klingt nach Mehrarbeit, ist aber eine gute Möglichkeit, um den Kopf frei zu bekommen. Manche nennen es Achtsamkeit, andere eine bewusste Auszeit. Verteilen Sie diese Momente über den Tag – ein bewusst genossener Kaffee, anstatt ihn während der Videokonferenz oder neben den Korrekturen hastig zu trinken, das Mittagessen nicht am Schreibtisch, sondern am Esstisch. Oder einfach ein bewusst wahrgenommenes Lied im Radio. Auszeiten helfen, um den Kopf neu zu strukturieren.

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